Die Kraft der Mondin

Der abendliche Blick in den Himmel lohnt sich. Immer. Der Mond, genauer gesagt die Mondin* (ja, ich spreche in der weiblichen Form, dazu später mehr) hat einfach etwas unglaublich Magisches an sich, findest du nicht auch? Selbst wenn du das Thema Energie (noch) skeptisch betrachtest: Es lässt sich nicht leugnen, dass die Mondin einen beachtlichen Einfluss auf diese Erde und damit auch auf dich als Mensch hat. So beeinflusst sie nicht nur die Meere (Ebbe und Flut) und unser Klima, sondern stabilisiert und bremst die gesamte Erdachse. Kein Wunder also, dass sie auch auf den Menschen, der ebenfalls aus mehr als 50% Wasser besteht, Einfluss nimmt, oder? 

In unserer modernen, westlichen Welt, passiert es schnell, die Verbindung zu den Zyklen der Natur zu verlieren – ganz gleich ob es z.B. den weiblichen Zyklus oder den der Mondin betrifft. Im Gegensatz zu früher leben heute die wenigsten Menschen im Einklang mit der Natur – dabei können wir so viel voneinander lernen.  

Ich möchte dich heute auf eine Reise durch die einzelnen Phasen des Mondzyklus mitnehmen – bist du bereit? 

Ich spreche hauptsächlich von der Mondin. Feminin? Warum? 

Eigentlich ist die Antwort sehr einfach: In den meisten romanischen Sprachen wird die Sonne (z.B. „ilios“ im Griechischen) männlich und der Mond weiblich gesprochen („la luna“ im Spanischen). Das spiegelt sich auch in den Energien bzw. Qualitäten der beiden wider. Die Sonne steht für das Yang – die männliche, strukturierte, aktive Energie. Die Mondin (der Mond) für das Yin – die weibliche, kreative, entspannende Energie. Ich habe mich daher dazu entschieden, überwiegend die weibliche Form zu nutzen.

Übrigens: Wusstest du, dass sowohl der Mondzyklus, als auch der weibliche Zyklus beide etwa 28 Tage dauern?

Die Phasen der Mondin und ihre Energien
Neumondin  – den Samen säen 

Mit ihr beginnt ein neuer Zyklus. Die Mondin steht – von der Erde aus gesehen – zwischen Erde und Sonne und wird nur von ihrer Rückseite angestrahlt. Sie ist daher an unserem Firmament nicht sichtbar. Rund um die Neumondin sind wir sehr stark mit dem Yin – dem Weiblichen verbunden. Und diese subtile Energie lässt sich wunderbar nutzen: Sie steht für Neubeginn, für Visionen, Träume und Wünsche und ist der ideale Zeitpunkt, den Blick nach innen zu richten.

Wir dürfen uns fragen: Was wünsche ich mir für den kommenden Mondinzyklus? Wie möchte ich mich ausrichten?

Zunehmende Mondin – Wachstum und Zweifel

Mit der zunehmenden Mondin beginnt die erste Zyklushälfte, die etwa zwei Wochen später mit der Vollmondin abschließt. Diese Zeit ist – vor allem in der zweiten Hälfte – sehr aktiv. Sie bildet den Übergang von der weiblichen zur männlichen Energie und je heller die Mondin im Laufe des Zyklus beleuchtet wird, desto aktiver werden auch wir Menschen. 

Die Phase der zunehmenden Mondin ist daher ideal, die nächsten Schritte festzulegen und die eigenen Ziele aktiv zu verfolgen. Wir dürfen Strukturen schaffen und Wege bereiten. Auch Herausforderungen und Zweifel sind Teil dieser Zeit. Oftmals werden Wünsche und Ziele in Frage gestellt, sobald sich ein unliebsames Hindernis, der erste Stein, auf dem Weg zeigt. Dabei ist genau jetzt die Zeit, Herausforderungen zu umarmen und mit ihnen zu wachsen. Oftmals leiten genau diese am Ende auf Wege, die vorher nicht erkennbar waren. Im Laufe der zunehmenden Mondin werden wir stärker, aktiver und kraftvoller. Die Verbindung zum Außen ist stark, es fällt uns leichter, „dran zu bleiben“. 

Wir dürfen uns fragen: Was sind die nächsten Schritte auf meinem Weg? Welche unterstützenden Strukturen kann ich schaffen? Wie gehe ich mit Zweifeln um?

Vollmondin 

Die volle Mondin bildet den Höhepunkt des Mondzyklus. Die Erde steht jetzt genau zwischen Sonne und Mondin und strahlt hell und leuchtend am Nachthimmel. Zu dieser Zeit kommt es vor, dass Menschen vermehrt und intensiver träumen und besonders sensibel sind. Viele klagen zu dieser Zeit über Schlaflosigkeit oder Kopfschmerzen.

Mit der Vollmondin erreichen wir – energetisch – den Höhepunkt der männlichen (Yang) Energie, bevor wir in der zweiten Zyklushälfte nach und nach wieder in eine ruhigere, nach Innen gekehrte Phase eintauchen. Nach einer Phase mit viel lauter und aktiver Energie ist es nun an der Zeit loszulassen, was uns nicht (mehr) dient, um in der nächsten Hälfte des Zyklus den Blick wieder vermehrt nach Innen zu richten. Die Beleuchtung der „dunkleren“ Themen fällt oftmals schwerer, als das Wünschen zur Neumondin, ist aber genauso essentiell. 

Wir dürfen uns fragen: Was darf gehen? Was möchte ich loslassen? Welche Erfahrung, Gewohnheit und/oder Beziehung ist mir nicht (mehr) dienlich? Was möchte ich (mir oder anderen) vergeben? 

Abnehmende Mondin

Im letzten Teil des Zyklus werden wir wieder ruhiger. Mit jedem Tag beleuchtet die Sonne die Mondin nun weniger und nach und nach kehren wir energetisch wieder mehr von Außen nach Innen. Es ist eine Zeit, in der oftmals die ersten Wünsche in Erfüllung gehen, andere noch einmal Veränderungen oder Anpassungen benötigen. Gleichzeitig ist es Zeit, dass wir uns wirklich von den Altlasten befreien, mit denen wir uns bereits zur Vollmondin beschäftigt haben. Je weiter die Mondin abnimmt, desto mehr richten wir den Blick nach Innen, reflektieren vielleicht sogar schon den letzten Zyklus und erreichen wieder einen tieferen Zugang zu unseren Emotionen, Gefühlen und unserer Intuition. 

Wir dürfen uns fragen: Wie gehe ich mit Zweifeln um? Was möchte ich noch anpassen? Was hat der letzte Mondinzyklus mit sich gebracht und verändert?

Tipp: Vor allem im letzten Quartal des Zyklus dürfen wir vermehrt in die Selbstreflexion eintauchen und mehr Ruhe in unser Leben einkehren lassen. 

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Von Herzen, 
Anna

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Stefanie Brandwein entstanden. Stef ist Yogalehrerin und teilt auf ihrem Instagram Account regelmäßig Content zu Achtsamkeit, Yoga und Mondwissen. 
Instagram: @stefaniebrandwein
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