Der Unterschied zwischen geführter und stiller Meditation

Meditation ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden – kein Wunder, suchen wir doch alle in unserem oft stressigen, unruhigen Alltag nach Ruhe. Das nach Innen kehren ist etwas ganz Natürliches, das jede*r von uns grundsätzlich kann. Wir haben es in unserer modernen Welt nur leider etwas verlernt, da wir meist permanent im Aussen verhaftet sind. Wenn du dich erstmalig mit Meditation beschäftigst, bedienst du sicherlich erst einmal die gängigen Suchmaschinen oder durchforstest deine Musik-App und die sozialen Medien nach Tipps und Tricks, nach Literatur und Inspiration. Die Ergebnisse sind zahlreich und sehr unterschiedlich.

Von Meditationen zum Einschlafen, über Chakra- oder Mond-Meditationen erhältst du ein großes Angebot an Möglichkeiten, das dich zu Beginn erst einmal überfordert kann. Im Gespräch mit einer langjährigen Freundin erfährst du dann, dass sie in Stille meditiert, das für wesentlich sinnvoller hält und am Ende deiner Recherche bist du nun vollkommen verunsichert: Was ist der richtige Weg? Wo liegen die Unterschiede? Und meditiere ich überhaupt richtig, wenn ich angeleitet werde?

Kurz vorab:

Es gibt kein „richtiges“, kein „falsches“ Meditieren. Und ganz gleich welche Form der Meditation du wählst, es ist dein ganz persönlicher, individueller Weg und du entscheidest was sich für dich richtig und gut anfühlt – ganz egal was andere darüber sagen oder denken.

Mein Tipp an dich: Probiere dich aus & höre auf dein Bauchgefühl.


Geführte Meditation 

Bei der geführten Meditation lauschst du der Stimme der Meditationsleitung, der*die dich durch die Meditation führt. Die Stimme unterstützt dich dabei, in die Meditation zu finden und tiefer zu sinken.  Oft werden geführte Meditationen mit einer beruhigenden Musik oder Naturgeräuschen unterlegt, um so eine möglichst angenehme, beruhigende Atmosphäre zu schaffen. Wenn du gerade erst mit Meditation anfängst, kann es sehr hilfreich sein, mit einer geleiteten Meditation zu beginnen. Du hast bereits vorab die Möglichkeit einen gewissen Zeitrahmen festzulegen, du kannst dich eventuell ein bisschen besser fallen lassen und du hast eine Stimme, die dir einerseits einen Leitfaden durch die Praxis bietet, dich andererseits auch immer wieder zurückholt, wenn du gedanklich abschweifen solltest. Auch geführte Meditationen unterscheiden sich in ihrer Form und ihrem Thema. Wichtig ist, dass du eine Stimme findest, bei der du dich wohl fühlst und ein Tempo, dass dir liegt. Auch für fortgeschrittene Meditierende kann eine geführte Meditation sehr hilfreich sein, besonders dann, wenn die Gedanken gerade sehr unruhig und chaotisch sind und du alleine nicht zur Ruhe kommst. Außerdem ermöglichen geführte Meditationen auch immer wieder neue Impulse, die du vielleicht in deinen Alltag mitnehmen und integrieren kannst. 

Stille Meditation 

Bei der stillen Meditation richtest du deine Aufmerksamkeit ganz ohne Anleitung von Außen auf ein beliebiges Meditationsobjekt. Das kann zum Beispiel dein Atem, ein Mantra oder ein Chakra sein, auf dass du deine Aufmerksamkeit richtest. Wie der Name schon sagt, ist es um dich herum still im Außen, du wirst nicht durch die Meditation geführt. Der leichteste Einstieg in die stille Meditation ist oft die Fokussierung auf den Atem oder ein Mantra. Es kann zu Beginn helfen, deine Atemzüge bewusst zu zählen oder dir innerlich „ein“ und „aus“ vorzusagen. Auch dein Mantra ist ein Ankerpunkt, der dir die stille Meditation erleichtern kann. Es kann durchaus sein, dass du am Anfang das Gefühl hast, dass – insbesondere bei der ruhigen Form der Meditation – deine Gedanken verrückt spielen und du überhaupt nicht in die Stille eintauchen kannst. Das ist normal. Versuche hier wirklich zum*zur Beobachter*in deiner Gedanken zu werden. Im Alltag lassen wir uns so oft im Außen ablenken, ganz gleich ob durch Unterhaltung oder Stress, dass wir uns selten Zeit nehmen, diese Gedanken einmal anzusehen. Mit der Zeit (und der Übung) wirst du feststellen, wie gut diese Alltagspause dir auch außerhalb deiner Praxis tun kann. 

Beide Formen der Meditation, ob geführt oder still, sind unglaublich kraftvoll und – aus meiner Sicht – absolut gleichwertig. Die Erfahrung zeigt, dass es Menschen, wenn sie sich ganz frisch mit Meditation beschäftigen, leichter fällt sich darauf einzulassen, wenn sie den Anweisungen der Stimme (der Meditationsleitung) folgen. Wie bei allem, das wir neu beginnen, ist es hilfreich, sich an jemanden zu wenden, der damit bereits Erfahrung hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir mit wachsender Erfahrung alles allein machen müssen.

 

Übrigens: Klassische Meditationsformen wie Atem- oder Mantra-Meditation lassen sich sowohl geführt, als auch still praktizieren. Probiere es gerne mal aus 🙂 

Du willst tiefer in das Thema Meditation einsteigen? Ich biete regelmäßig Meditationsworkshops- und Kurse für Anfänger an. 

Hier findest du die aktuellen Angebote und Termine. 

Eine große Auswahl geführter Meditationen findest du in meinem Podcast Meditationsliebe.